Wasserwehr der Gemeinde Muldestausee
Träger der Wasserwehr
Gemeinde Muldestausee vertreten durch den Bürgermeister
Leiter der Wasserwehr
Mario Stein
stellv. Leiter der Wasserwehr
Nico Braun
Wasserwehr Muldestausee im Wandel
Im Jahr 2010 wurde die Wasserwehr Muldestausee mit damals 11 Mitgliedern gegründet. Im Laufe der Jahre hat sich natürlich einiges getan. Aktuell arbeiten wir mit 16 aktiven Mitgliedern an der Umsetzung der uns gestellten Aufgaben und Herausforderungen.
Die Mitglieder der Wasserwehr können mittlerweile zahlreiche Ausbildungen in den verschiedensten Bereichen vorweisen.
Unter anderem ausgebildet durch die THW Bundesschule Hoya:
- 2x Deichverteidigung
- 2x Technischer Berater Deichverteidigung
- 3x Maschinisten Schmutzwasserpumpen
- 3x Grund- und Aufbaukurs Motorsäge (Ausbildung durch das forstliche Bildungszentrum)
Aber auch intern bilden wir uns weiter. So haben wir als erste Wasserwehr in Sachsen-Anhalt eine Basisprüfung erarbeitet, welche durch jedes Mitglied ablegt werden muss, um im Einsatzfall aktiv werden zu können.
- Hierbei geht es vorrangig um die Erlangung der notwendigen Grundkenntnisse Hochwasserschutz für den Einsatzfall. Mit bestandener Basisprüfung erreicht man den Ausbildungsstand Deichpionier und kann sich unter Berücksichtigung verschiedener Ausbildungskriterien bis zum Technischen Berater qualifizieren.
- Auch ein Geländefahrzeug kann nur leisten, was der jeweilige Fahrzeugführer ihm abverlangt. Diese „Fähigkeiten“ werden im Rahmen der Dienste unter Beweis gestellt bzw. geschult.
Unsere ausgebildeten Deichverteidiger und technischen Berater Deichverteidigung übernehmen die Ausbildung der Mitglieder der Wasserwehr im Rahmen der Einsatzdienste.
Neben der durchaus wichtigen Deichschau, dem internen Verwaltungsdienst und natürlich der Deichkontrollen im Hochwasserfall, gibt es innerhalb unserer Wasserwehr eine recht breit gefächerte Organisationsstruktur.
Diese Struktur ermöglicht es uns, unsere Mitglieder durch verschiedene Ausbildungen zu spezialisieren, was wiederum einen höheren Standard in der Qualität der Aufgabenerfüllung unserer Wasserwehr mit sich bringt.
Aus einer Initiative unserer Wehrleitung wurde der Runde Tisch der Wasserwehren des Landes Sachsen-Anhalt gegründet.
Viele der angehörigen Wasserwehren arbeiten bereits seit vielen Jahren ehrenamtlich im Bereich des Hochwasserschutzes, jedoch war es meist sehr schwer an übergeordneten Stellen Gehör zu finden. Denn eine einzelne "kleine" Wasserwehr fällt nicht groß auf im Getümmel der Probleme in diesem Bundesland. Erst wenn tatsächlich eine Gefahr durch Hochwasser oder Eisgang droht, stehen Sie wieder im Fokus.
Aus diesem Grund bildete sich diese Arbeitsgemeinschaft um als Gemeinschaft eventuelle Schwierigkeiten und Probleme zu beheben, voneinander zu lernen und wenn nötig mit einer Stimme und bedarfsgerechten Lösungsvorschlägen, zum Beispiel an das Land Sachsen-Anhalt als Zuständigen für den Hochwasserschutz heranzutreten und entsprechende Lösungswege zu finden.
Die wichtigsten Ziele zusammengefasst:
- kurze und effektive Kommunikationsmöglichkeiten unter den Wasserwehren des Landes
- Optimierung der Zusammenarbeit unter den Wasserwehren
- erarbeiten und optimieren von Arbeitsabläufen der Wasserwehren
- erarbeiten und optimieren von bedarfsgerechten Ausbildungs- und Ausstattungsstandards der Wasserwehren
- Optimierung der Zusammenarbeit mit den Unteren Wasserbehörden der Landkreise
- Aufbau und Optimierung einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit der Landesregierung Sachsen-Anhalt und hier im speziellen dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt
Bei den letzten Beratungen waren rund 20 Wasserwehren und Vertreter von 5 Landkreisen anwesend.
Die Verwaltung erarbeitet aktuell ein Hochwasserschutzkonzept für die Gemeinde Muldestausee mit folgenden Rahmenpunkten zum Inhalt:
- Ermitteln von Schutzzielen im Einsatzraum
- Ermittlung der tatsächlich möglichen Gefahren / Bedrohungen der Schutzziele
- Darstellung der notwendigen Maßnahmen zum optimalen Schutz vor den ermittelten Gefahren
- Ermittlung des Bedarfes an Personal und Material zur Durchführung der dargestellten Maßnahmen
- Gegenüberstellung von ermittelten Bedarf und vorhandenem Bestand in der Organisation Wasserwehr
- Auflistung von tatsächlichem Bedarf der Wasserwehr mit chronologischer Darstellung zur Beschaffung / Ausbildung
Zielstellung hierbei ist:
- Ermittlung des tatsächlichen Bedarfes einer Wasserwehr individuell bezogen auf ihr Einsatzgebiet
- Fachlich und rechtlich sichere Argumentation gegenüber dem MLU für mögliche Zuwendungen oder der Kommunalaufsicht bei Beschaffungsmaßnahmen
- Eindeutige und sichere Argumentation gegenüber Kritikern (politische Gremien, Behörden, andern Organisationen)
Großprojekt – Bau Polder Rösa
Zur Verbesserung des Hochwasserschutzes für die Anlieger der Mulde im Land Sachsen-Anhalt plant der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW) die Errichtung eines steuerbaren Flutungspolders im Bereich der Landesgrenze zum Freistaat Sachsen. Der Polder befindet sich im rechten Muldevorland und umfasst eine Fläche von ca. 520 ha. Ziel ist die Kappung der Hochwasserscheitel bei Extremereignissen, um das Risiko von Überflutungen und Schäden, wie sie im August 2002 aufgetreten sind, zu minimieren.
Nach Fertigstellung der Anlagen, sollen diese durch die Wasserwehr Muldestausee übernommen und bewirtschaftet werden.
Hier gelangen Sie zu weiteren Informationen zum Polder Rösa (externer Link)
Dieser Link wurde als Quelle der hier gemachten Angaben zum Polder Rösa genutzt.
Sie möchten die Wasserwehr Muldestausee unterstützen und/oder benötigen weitere Informationen?
Melden Sie sich gern bei uns.
Wasserwehr Muldestausee - Archiv
Erste Schritte sind getan. Die Wasserwehr der Gemeinde Muldestausee wurde berufen.
Am Dienstag, den 8. Juni 2010 wurden die ersten acht Bürger der Gemeinde Muldestausee um 18:00 Uhr im Beratungsraum der Gemeindeverwaltung von der ehemaligen Bürgermeisterin, Frau Petra Döring in die Wasserwehr der Gemeinde Muldestausee berufen.
Zum Leiter der Wasserwehr wurde der Mitarbeiter des Bau- und Ordnungsamtes unserer Gemeinde, Herr Pierre Kulik aus dem OT Mühlbeck ernannt, stellvertretender Leiter der Wasserwehr wurde Herr Mario Stein aus dem OT Brösa.
Auch die weiteren Mitglieder kommen aus den Ortsteilen Rösa/Brösa.
Im Beisein des Leiters des Bau- und Ordnungsamtes Herrn Schneider wurde den bisher acht Kameraden sowohl Ausrüstung wie auch Uniform ausgehändigt.
Neben der persönlichen Ausrüstung der Kameraden wird die Wasserwehr mit einem geeigneten Fahrzeug und einem Wasserwehrdepot im OT Rösa ausgestattet, hierfür überbrachte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Herr Dr. Aikens persönlich einen Fördermittelbescheid in Höhe von 100.000 EURO aus Mitteln des Konjunkturpaketes II.
Aufgabe der Wasserwehr wird es sein, sich Wissen über vorhandene Hochwasserschutzanlagen in unserer Gemeinde und den Gewässerschutz im Allgemeinen anzueignen, Deichkontrollen durchzuführen sowie Helfer und deren Einsatz im Hochwasserfall zu koordinieren.
Natürlich soll und kann diese Aufgabe nicht von acht Mitgliedern bewältigt werden. Allein der Schutz der Deiche, die in den Ortsteilen Rösa/Brösa, Pouch und Friedersdorf insgesamt eine Länge von ca 30 km einnehmen, stellt eine große Herausforderung dar.
Daher unser Aufruf an alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Muldestausee:
Treten Sie der Wasserwehr Muldestausee bei, es gilt unser aller Hab und Gut zu schützen!
Nach dem Hochwasser 2013 und der sehr guten Zusammenarbeit mit dem THW stellte die Wasserwehr fest, dass es in der heutigen Zeit effektiver ist, die Wasserstände unterstützend durch moderne Technik zu überwachen und so möglichst genaue Verläufe von Hochwassern zu prognostizieren.
Aus diesem Grund wurden in den vergangenen 2 Jahren vier digitale Wasserstandsmelder beschafft, die mit Hilfe von sehr feinen Drucksensoren die Höhe der Wassersäule sowie die Wasserstemperatur messen und berechnen können. Durch einen GPRS Datenlogger können die Daten, an einen Auswerteserver gesendet und durch diesen auf einer Internetseite bereitgestellt werden.
So können die unterschiedlichsten Wasserstände zu jeder Zeit top aktuell abgerufen werden und das für ca. 5,00 Euro pro Jahr, je Wasserstandsmelder.
Und es freut uns besonders, dass wir nun nach Aufstellen und installieren der ersten zwei Wasserstandsmelder in Kooperation mit der Firma TerraTransfer GmbH auch einen öffentlichen Zugriff mit Bürgerportal einrichten konnten.
Auf einer Infoseite können Sie den Wasserstand der Goitzsche und des Grundwassers in der Friedersdorfer Aue in Meter NHN sowie die Ganglinie der entsprechenden Wasserstände einsehen.
Und für alle Wasserratten wird für die Goitzsche auch noch die Wassertemperatur angezeigt. Bis zum Sommer 2016 werden auch noch drei weitere Standorte an der Mulde erfasst.
Wir hoffen in Zukunft auch noch weitere Standorte wie Muldestausee, Gröberner See und Seelhausener See einbinden zu können. Allerdings müssen hier noch die entsprechenden finanziellen Mittel aufgetrieben werden.
Minister Dr. Hermann Onko Aeikens besuchte die Gemeinde Muldestausee
Am 26.05.2010 war der Minister für Landwirtschaft und Umwelt im Neuwerk 3 zu Gast. In der Aktentasche hatte er den Zuwendungsbescheid, welcher der Gemeinde ermöglicht, ein Hochwasserdepot in Rösa zu errichten.
Dieses Hochwasserdepot wird zum einen eine Lagerstätte für verschiedene Materialien und Ausrüstungsgegenstände der Hochwasserbekämpfung sein, zum anderen wird es der Standort und Ausbildungsplatz der Wasserwehr der Gemeinde Muldestausee werden. Der Minister ließ sich von der ehemaligen Bürgermeisterin, Frau Döring, sowohl die Gefahrenschwerpunkte im Falle eines Hochwassers erklären, war darüber hinaus aber auch sehr an der bisherigen Entwicklung unserer Gemeinde interessiert. Bei einem kleinen Imbiss wurde über die Probleme und Schwerpunkte unserer Gemeindeentwicklung gesprochen und im Anschluss ging es dann gemeinsam zur Einweihung der Fischtreppe nach Friedersdorf.